Mit dem Bau dieses Palastes wurde Mitte des 15. Jahrhunderts begonnen, gleich nach der osmanischen Eroberung Konstantinopels – jahrhundertelang war er Regierungssitz und Wohnort der Sultane, seit 1924 ist er ein Museum. Er liegt malerisch an der Nordostspitze der historischen Halbinsel, die von Marmarameer, Bosporus und Goldenem Horn begrenzt wird; wer hier durch die Höfe geht, versteht plötzlich, warum dieses Stück Land die begehrteste Adresse von drei Weltreichen war. Durch das Tor der Salutierungen betretet ihr eine Stadt in der Stadt: den Divan, in dem die Großwesire regierten, die Schatzkammer mit ihren Gold- und Jadeschätzen, die Reliquiensammlung, die Küchen mit ihren Schornsteinen und die Pavillons, in denen der Hof zwischen Zypressen atmete.
Der Harem ist ein eigener Kosmos aus gefliesten Gängen, Kuppelräumen und Innenhöfen, in dem die Mutter des Sultans, seine Frauen und Kinder lebten – hier wird Geschichte greifbar und leise. Plant für den Palast großzügig, und spart euch für den vierten Hof die meiste Aufmerksamkeit: Von der Terrasse dort blickt ihr direkt auf die Bosporus-Mündung, auf die vorbeiziehenden Schiffe und hinüber nach Üsküdar – der schönste Wasserblick, den ein Palast zu bieten hat, und für euch der perfekte Bosporus-Moment des Tages.
Hinweise
Der Palast ist dienstags geschlossen, freitags geöffnet; am Feiertag des 23. April prüft ihr am besten die Öffnungszeiten des Tages. Seid zur Öffnung da, die Sicherheitskontrolle zieht sich; für den Harem braucht ihr ein zusätzliches Ticket, das ihr gleich am Eingang mitlösen könnt. Die Kassen und Ticketlinien sind morgens am kürzesten.