Während Sie über die modernen Stahlplattformen gehen, betrachten Sie die 336 Marmorsäulen, die wie ein steinerner Wald aus dem Wasser ragen. Wenn Sie genau hinsehen, werden Sie bemerken, dass sie nicht identisch sind. Das liegt daran, dass die byzantinischen Ingenieure das praktizierten, was wir „Spolienwirtschaft“ nennen – die Wiederverwendung von Materialien aus noch älteren römischen und griechischen Ruinen des gesamten Reiches. Die meisten Säulen besitzen korinthische oder ionische Kapitelle, aber eine sticht durch ihr einzigartiges Design hervor: die Tränensäule oder die Pfauenaugensäule. Diese ist mit tränenförmigen Gravuren bedeckt. Die Legende besagt, dass diese Schnitzereien die 7000 Sklaven ehren, die am Bau dieses massiven Bauwerks arbeiteten. Historiker weisen jedoch darauf hin, dass diese spezifischen Muster wahrscheinlich vom Triumphbogen des Theodosius des Ersten aus dem vierten Jahrhundert im nahe gelegenen Forum Tauri stammen. Ein praktischer Tipp für Sie: Der neue modulare Stahlsteg, der während der Restaurierung im Jahr 2022 installiert wurde, ist viel sicherer und zugänglicher als die alten Holzpfade. Wandern Sie also ruhig in die hintere nordwestliche Ecke, um die berühmtesten Bewohner der Zisterne zu finden.