Wenn du die Kuretenstraße hinunterblickst, siehst du das ikonische Wahrzeichen von Ephesos: die Celsus-Bibliothek. Sie wurde zwischen 117 und 125 n. Chr. von Gaius Iulius Aquila zu Ehren seines Vaters, des Prokonsuls Tiberius Iulius Celsus, errichtet. Mit Platz für etwa 12.000 Schriftrollen war sie die drittgrößte Bibliothek der antiken Welt, nach jenen in Alexandria und Pergamon. Das Besondere an diesem Prachtbau ist seine Doppelfunktion: Es war nicht nur ein Ort des Lernens, sondern auch ein Heroon – ein Mausoleum – für Celsus, dessen Sarkophag in einer Gruft direkt unter der Bibliothek liegt. In den Nischen der Fassade siehst du Kopien von Statuen, welche die vier Tugenden verkörpern: Weisheit, Klugheit, Erkenntnis und Tapferkeit. Während du die neun Stufen der Freitreppe betrachtest, stell dir vor, wie Gelehrte hier einst in Schriften über Philosophie und Heilkunde vertieft waren.