Eines der faszinierendsten Merkmale des Großen Basars ist seine fast militärisch anmutende Ordnung, die sich hinter dem scheinbaren Chaos verbirgt. Über die Jahrhunderte hinweg war jede der 61 Straßen einer bestimmten Handwerkszunft, einer sogenannten Lonca, vorbehalten. Wenn Sie genau auf die Straßenschilder achten, finden Sie noch heute Namen wie Kalpakçılar für die Mützenmacher oder Kuyumcular für die Juweliere. Diese Tradition sorgt dafür, dass Sie auch heute noch ganze Viertel finden, die nur Gold, Teppiche oder Lederwaren anbieten. Um in dieses Labyrinth zu gelangen, stehen Ihnen insgesamt 22 Tore zur Verfügung. Das prächtige Nuruosmaniye-Tor und das geschäftige Beyazıt-Tor sind die bekanntesten Eingänge. Achten Sie architektonisch auf die Übergänge: Der Wechsel von weiten, hellen Kreuzungen zu schmalen, dämmrigen Gängen war strategisch geplant, um Dieben die Flucht zu erschweren und die kühle Luft im Sommer zu halten. Es ist ein Ort, an dem Architektur direkt dem Handel und der Sicherheit diente – eine stadtähnliche Struktur mit eigenen Moscheen, Brunnen und Brunnenhäusern, die seit Jahrhunderten fast autark funktioniert.