Der Steffl, wie die Wiener ihren Dom liebevoll nennen, ist seit 1147 geweihte Kirche und Wahrzeichen zugleich: Die romanische Gründung wurde über die Jahrhunderte immer wieder umgebaut und erweitert, 1450 begann der Bau des Nordturms, und Türkenbelagerungen, Feuersbrünste und Kriege hat der Bau überstanden – auch den verheerenden Dachbrand von 1945, nach dem er wieder aufgebaut wurde. Heute ist er beides – Weltkulturgut und lebendige Pfarre, in der mehrmals täglich Gottesdienste gefeiert werden, oft auch Hochzeiten und Requien prominenter Persönlichkeiten, die sogar im Fernsehen übertragen werden. Der Eintritt in die Kirche ist frei, doch nur wenige Bereiche lassen sich kostenlos besichtigen; für die Gemälde, Altäre und Skulpturen im Inneren gibt es einen kostenpflichtigen Audioguide fürs Smartphone. Euer Ziel an diesem Tag ist der Südturm: Über seine Stufen steigt ihr hinauf zur Aussichtsplattform, die den Blick über die Dächer der Inneren Stadt öffnet. Nehmt euch Zeit für das berühmte Ziegeldach mit dem doppelköpfigen Adler, und schlendert danach über den Graben mit der barocken Pestsäule zum Kohlmarkt – die schönste Einkaufsstraße Wiens, in der ihr schon die Auslagen der Hofzuckerbäcker bestaunen könnt. Als Paar passt dieser Auftakt perfekt: ein Bau, der Geschichte atmet, und danach Kaffee, Kuchen und der Blick aufs Treiben.
Hinweise
Schultern bedeckt, leise im Kirchenraum und während der Gottesdienste nur außen herum – der Steffl ist in erster Linie Kirche. Für den Südturm früh am Morgen oder kurz vor Schluss anstehen, dann sind die Stiegen halbwegs frei. Die Fassade leuchtet im späten Nachmittagslicht am schönsten.