Wenn Sie die Fassaden der Gebäude betrachten, werden Ihnen immer wieder Gesichter mit langen, rüsselförmigen Nasen auffallen. Das ist Chaac, der Gott des Regens. Da es in dieser Hügellandschaft kein Grundwasser gab, waren die Bewohner von Uxmal vollständig auf den Niederschlag angewiesen. Die Maya entwickelten deshalb fabelhafte Ingenieurleistungen: Sie legten unterirdische, flaschenförmige Zisternen an, die sogenannten Chultunes, in denen sie das kostbare Regenwasser sammelten. Die Architektur hier wird als Puuc-Stil bezeichnet. Typisch dafür sind die glatten unteren Wände und die unglaublich reich verzierten oberen Friese. Diese bestehen aus tausenden von einzeln behauenen Kalksteinen, die zu komplexen geometrischen Mustern oder Schlangenmotiven zusammengesetzt wurden – eine Art Stein-Barock der Maya. Achten Sie darauf, wie das Licht im Laufe des Tages über diese Reliefs wandert; die Maya nutzten Licht und Schatten ganz bewusst, um ihre Götter lebendig wirken zu lassen. Ein kleiner praktischer Tipp: Nehmen Sie sich Zeit, die Details am sogenannten Nonnenviereck zu betrachten, wo die Masken des Chaac besonders majestätisch an den Gebäudeecken angeordnet sind.