Entgegen der allgemeinen Vorstellung waren die Soldaten am Hadrianswall nicht nur Römer aus Italien. Die Besatzung bestand aus Hilfstruppen aus dem gesamten Imperium, was diesen Ort zu einem der ersten multikulturellen Zentren Britanniens machte. Inschriften belegen die Anwesenheit von Soldaten aus dem heutigen Spanien, den Niederlanden, Syrien und sogar Mauretanien im heutigen Nordafrika. Diese Männer brachten ihre eigenen Götter, Speisen und Traditionen mit an die Grenze. Um die großen Kastelle herum entstanden blühende zivile Siedlungen, die sogenannten Vici, in denen Handwerker, Händler und die Familien der Soldaten lebten. Archäologische Funde wie Kindersocken und Lederschuhe zeigen uns heute, dass das Leben hier pulsierte und weit über den reinen Militärdienst hinausging.