Monterosso hat noch ein weiteres Kapitel, und es liegt oberhalb der Dächer. Hoch auf dem Hügel, auf 464 Metern, steht das Heiligtum Unserer Lieben Frau von Soviore. Der Legende nach zerstörten die Langobarden es im siebten Jahrhundert, und danach wurde das Bild der Madonna auf wundersame Weise gefunden. Es ist eine erzählte Geschichte, keine belegte Tatsache, und doch gehört sie zur Seele des Dorfes. Auch die Dichtung gehört zu dieser Seele. Das Dorf war der geliebte Ort von Eugenio Montale, dem Nobelpreisträger für Literatur. Zu seinen Ehren wurde ein literarischer Park geschaffen, und das Haus, das ihn beherbergte, sowie die Orte, die einige seiner berühmtesten Werke inspirierten, gehören zum Erbe des Dorfes. Wenn Sie Lust auf einen Spaziergang haben, gibt es den Fußweg, der Monterosso mit Vernazza verbindet, und den Wanderweg 590, der zu den Ruinen der Einsiedelei des Heiligen Antonius von Mesco führt. Er durchquert einen Steineichenwald, bietet wunderbare Ausblicke über die Cinque Terre und endet nahe einer aufgegebenen militärischen Signalstation. Der Nationalpark bittet Wanderer, nur bei gutem Wetter, mit festem Schuhwerk und etwas Wandererfahrung zu gehen. Welchem Weg folgen Sie also zuerst: den Versen des Dichters, der Legende der Madonna oder dem Pfad entlang der Klippen?