Nach 22:00 Uhr leert sich Santa Cruz, und genau dann wird das alte jüdische Viertel magisch: weiße Wände, blühende Geranien an den Gittern und ein Brunnen in der Mitte der Plaza de Doña Elvira, über dem die Orangenbäume hängen. Auf der Plaza de Santa Cruz steht das schmiedeeiserne Kreuz der Cruz de la Cerrajería aus dem Jahr 1692 – ein stiller Fixpunkt, an dem sich die Gassen wie Adern bündeln.
Eure Runde führt an der Calle Agua und der Calle Vida vorbei, den beiden Namen nach Wasser und Leben, und weiter durch Gassen, in denen die Häuser so eng stehen, dass der Himmel nur noch als Streifen erscheint. Auf dieser Route braucht ihr kein Ziel, nur offene Augen: Keramikschilder, Gitterfenster, ein halb offenes Tor mit beleuchtetem Patio dahinter. Genau das ist euer Abendspaziergang – kurz, kühl, ohne große Schritte und mit einem Tempo, das zu einem langen Anreisetag passt.
Hinweise
Bitte leise sprechen – hinter diesen Türen schlafen Menschen. Feste Schuhe wegen des Kopfsteinpflasters; wer noch nicht müde ist, nimmt die Callejón del Agua entlang der Alcázar-Mauer als ruhigsten Nachhauseweg.