Nach dem Burgviertel steigt ihr zum Ufer hinab und gönnt euch am Nachmittag ein Thermalbad: Das Gellért-Bad ist seit Oktober 2025 wegen Sanierung geschlossen (Wiedereröffnung frühestens 2028), also geht ihr ins osmanische Rudasbad an der Elisabethbrücke, mit achteckigem Becken unter der Kuppel und einem Dachpool über der Donau. Freitags ist das historische Türkische Bad ab 11 Uhr gemischt (mit Badekleidung), der Wellnessbereich den ganzen Tag; Schluss ist um 20 Uhr, und Kinder unter 14 Jahren haben keinen Zutritt. Frisch gebadet geht es dann zurück über den Fluss – und zwar über die grüne Freiheitsbrücke (Szabadság híd), eine filigrane Eisenkonstruktion aus den 1890er-Jahren, die den Gellértberg mit der Pester Innenstadt verbindet. Genau in dieser Stunde, am späten Nachmittag, steht die Sonne tief genug, um die Fassaden in warmes Licht zu tauchen, und weil es in Budapest Ende April bis kurz vor 20 Uhr hell bleibt, habt ihr eine ungewöhnlich lange goldene Stunde.
Auf der anderen Seite liegt der Fővám tér mit der Großen Markthalle – einem Prachtbau von 1897 mit Zsolnay-Dachziegeln und Gusseisenkonstruktion, dem wichtigsten Markt der Stadt. Am Abend ist er geschlossen, aber die Fassade im Abendlicht und das Treiben rund um den Platz lohnen den Umweg. Von hier schlendert ihr durch die ruhigeren Gassen Richtung jüdisches Viertel, während hinter euch der Gellértberg kleiner wird.
Diese Strecke ist bewusst der entspannte Teil des Tages: kein Ticket, keine Reservierung, nur Fluss, Brücken und Stadtlicht – genau die Mischung aus Donaublick und Ruhe, die ihr euch gewünscht habt.
Hinweise
Wenn euch nach dem Bad kühl ist: Die Brücke liegt im Wind, eine Schicht mehr lohnt sich. Für den Marktbesuch selbst wäre ein Vormittag besser – die Halle schließt am späten Nachmittag, dieser Weg ist ein Spaziergang mit Fassadenblick.