In der Mitte des Platzes ragt die über 11 Meter hohe Mariensäule empor. Die goldene Statue der Jungfrau Maria, der Patrona Bavariae, glänzt oft hell im bayerischen Sonnenlicht. Kurfürst Maximilian der Erste ließ sie im Jahr Sechzehnhundertachtunddreißig errichten. Aber warum? Es war eine Art Dankesgabe: Mitten im Dreißigjährigen Krieg schwor der Kurfürst, ein gottgefälliges Denkmal zu bauen, wenn München und Landshut von der Zerstörung verschont blieben. Schauen Sie sich einmal den Sockel genauer an. Dort finden Sie vier kleine, bewaffnete Engel – die sogenannten Heldenputti. Sie kämpfen gegen vier Monster, die die Plagen der damaligen Zeit symbolisieren: Hunger durch einen Drachen, den Krieg durch einen Löwen, die Pest durch einen Basilisken und den Unglauben durch eine Schlange. Erst viel später, im Jahr Eintausendachthundertvierundfünfzig, erhielt der Platz seinen heutigen Namen. In jenem Jahr wütete die Cholera, und der Magistrat bat Maria erneut um Schutz für die Stadt, indem er den Platz ihr zu Ehren umbenannte.